Unterwegs … in Berlin

Wim Wenders: „Beim Filmen bin ich ein Geschichtenerzähler. Beim Fotografieren erzähle ich nichts, sondern die Landschaft erzählt mir eine Geschichte.“

P1060141Zur Eröffnung seiner Ausstellung in der Blain|Southern Galerie in Berlin, bei der neue und erst kürzlich entstandene Fotografien präsentiert werden, erscheint Wim Wenders mit leichter Verspätung. Irgendwo in seiner Wahlheimat Berlin sei eine Bombe entdecktworden, weshalb mehrere Straßenabschnitte abgesperrt werden mussten, was ein mittleres aber für die Hauptstadt nicht ungewöhnliches Verkehrschaos mit sich gebracht habe, heißt es. Weiterlesen

Unterwegs … in Essen

„Rendezvous des tambours“ – Feier der Vielfalt

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Die Percussionband „Rendezvous des tambours“ versteht sich als ein Projekt, in dem sich die ganze Vielfältigkeit der Menschen wiederfindet. Doch auch wenn gegenseitiger Respekt sowie der Spaß am Musizieren im Zentrum stehen, wird deshalb nicht auf musikalische Qualität verzichtet.

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Unterwegs … in Werl

Otto Waalkes: „Es war doch gut, oder?“

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Wie interviewt man Otto Waalkes? Welche Fragen gibt es, die der Komiker nicht bereits hunderte Male beantwortet hat?
Zahlreiche Interviews habe ich mir auf Youtube angeschaut und bei jedem Video ist mein Unbehagen weiter gewachsen, denn Otto Waalkes neigt dazu, sich in Interviews zu inszenieren und nimmt dabei auf die Fragestellungen seines Gegenübers nur wenig Rücksicht, um nicht zu sagen: Er ignoriert sie.

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Unterwegs … in Bad Homburg

Stella Deetjen:„…die Welt ein bisschen schöner machen“

Stella Deetjen © Back to Life

Stella Deetjen
© Back to Life

Vor vielen Jahren habe ich Stella Deetjen erstmals in einer Fernseh-Talkshow erlebt und war überaus beeindruckt von ihrer Geschichte, die mit einer Indienreise begann und sich zu einer Lebensaufgabe entwickelte. Zufällig hatte ich sie kürzlich erneut im Fernsehen gesehen und beschlossen Kontakt zu ihr aufzunehmen. Dieses verlief sehr unkompliziert und nur wenige Tage später mache ich mich auf den Weg nach Bad Homburg vor der Höhe, Stellas Heimat, um die Entwicklungshelferin zu treffen. Bei traumhaften Sommerwetter reden wir in einem Straßencafé lange über ihr Leben, ihre Projekte, die Entwicklung ihrer Tätigkeiten und vieles mehr. Weiterlesen

Unterwegs … in Wuppertal

Eine Vollmondnacht mit Pina Bausch – Teil 3

„Es gibt keine Illusionen in Wuppertal,
und das hat auch etwas Positives, Schönes und Wichtiges.“
(Pina Bausch)

Pina Bausch - © Terafoto

Pina Bausch – © Terafoto

Ich habe meinen Platz im Oberrang des Wuppertaler Opernhauses, nach einem guten Glas Weißwein in der Pause, wieder eingenommen. Im Verlaufe der Jahre seien Pina Bauschs Stücke etwas heiterer geworden, habe ich vorhin einem Gespräch am Nachbartisch entnommen. Die Lust an Sinnlichkeit und Schönheit sei in den späteren Stücken deutlicher zu spüren und nicht zuletzt auch die Lust am Tanzen. Für „Vollmond“ trifft diese Beobachtung in jedem Fall zu. Der Drang zu tanzen, Licht zu suchen, Wassertropfen zu fangen und zu spüren, ist unverkennbar. Kleine Wellenbewegungen durchziehen die Handgelenke oder große Wellen, gleich die gesamten Körper, die durch die leichten, bodenlangen Kleider der Tänzerinnen, zu schweben scheinen. Dem gesamten Stück haftet etwas Schwebendes an. Weiterlesen

Unterwegs … in Wuppertal

Eine Vollmondnacht mit Pina Bausch

Teil 2

„Es gibt keine Illusionen in Wuppertal,

und das hat auch etwas Positives, Schönes und Wichtiges.“

(Pina Bausch)

Pina - © terafoto

Pina – © terafoto

Bereits seit mehr als 45 Minuten, die wie im Fluge vergangen sind, folge ich dem Geschehen auf der Bühne des Wuppertaler Opernhauses, wo ich der Aufführung „Vollmond“, nach einer Choreografie von Pina Bausch, beiwohne. Als außerordentlich bemerkenswert empfinde ich bislang, wie unaufdringlich das Motiv der sternklaren Vollmondnacht, in der an Schlaf nicht zu denken ist, inszeniert wird. Der Mond ist für den Zuschauer nie zu sehen und wird nur selten erwähnt und doch ist er durchgehend wahrnehmbar – Pina hätte vermutlich gesagt „ahnbar“-, durch den Einfluss, den er auf die Agierenden ausübt. Deren mondsüchtigen Verhaltensweisen wären in der Tat nur schwer in den Strukturen eines klassischen Balletts darstellbar. Tänzer driften scheinbar ziellos in die Kulissen, sind hin- und hergerissen von introvertierter Selbstqual und enthemmter Extrovertiertheit. Einladend klopf eine Tänzerin auf einen Stuhl: „Gespenster“, raunt sie mit kehliger Stimme, „müssen auch manchmal sitzen.“ Fraglos – eine magische Nacht bricht an. Man greift beherzt gleich zu zwei Gläsern Wein, denn „es ist Vollmond. Man wird nicht betrunken.“ Weiterlesen

Unterwegs … in Wuppertal

Eine Vollmondnacht mit Pina Bausch

Teil 1

Pina Bausch - © Terafoto

Pina Bausch – © Terafoto

„Es gibt keine Illusionen in Wuppertal,

und das hat auch etwas Positives, Schönes und Wichtiges.“

(Pina Bausch)

Zwei Männer stehen versunken am Ufer eines schmalen Flusses, auf dessen Wasseroberfläche sich das fahle Licht des Vollmondes spiegelt. Leicht federn sie in den Knien, als würden ihre Körper das ruhige Fließen des Wassers in sich aufnehmen. Die Bewegungen werden intensiver. Ihre Arme beginnen zu schwingen und entlocken somit den leeren Plastikflaschen, die sie in ihren Händen halten, sanfte, vibrierende Töne, als aus der nächtlichen Dunkelheit zwei weitere Männer auftauchen, die lange Holzstöcke durch die nächtliche Luft peitschen und damit einen weitaus schärferen Klang erzeugen. Musik ertönt, der sich die Leiber der Anwesenden offenbar nicht entziehen können. Sie geraten in Bewegung und Sekunden später peitschen ihre Körper selbst, angestachelt von treibenden Beats, durch die Luft. Musik liegt in der Luft … Musik ist Bewegung … Musik ist Tanz … Weiterlesen

Unterwegs… in der Lüneburger Heide

Die Heidedistanz 2013:

Schweiß, Staub und wenig Schlaf

Heidedistanz1

Ich sitze bei gefühlten 40°Grad auf einem wackeligen Hochsitz mitten in der Lüneburger Heide. Auf meinen Armen und Beinen haben Staub und Schweiß in den vergangenen Stunden eine unappetitliche Emulsion gebildet, die aber sämtliche Stechmücken der näheren Umgebung offenkundig als sehr anziehend und betörend empfinden. Die besagte Umgebung besteht, soweit das Auge reicht aus Maisfeldern, die am fernen Horizont auf einen Wald treffen. Seit 30 Stunden bin ich mittlerweile auf den Beinen und außer den Stechmücken ist weit und breit kein weiteres Lebewesen zu sehen, was sich jedoch hoffentlich bald ändert, denn seit etwa einer halben Stunde richte ich angestrengt meine Augen auf den Waldrand am Horizont, in der Hoffnung ein Pferd heranpreschen zu sehen. Weiterlesen